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Barbara Schneider: Auf die Familie kommt es anVon Barbara Schneider, Ph.D., Allison Atteberry, Ann Owens Familienstruktur und Entwicklung des Kindes. Einführung Die Unterschiede, welche Entwicklung Menschen nehmen – so sagen einige –, hängt im Wesentlichen von den Merkmalen ihrer Familie ab. Sie hängt davon ab, wie eine Familie zusammengesetzt ist sowie von ihren sozialen und wirtschaftlichen Ressourcen (McLanahan & Sandefur, 1994; Cherlin, 2001). Einer der wichtigsten Faktoren, der erhebliche und nachhaltige Auswirkungen auf die Kinder hat, ist die Struktur einer Familie, d.h. die Zahl der in einer Familie lebenden Elternteile und ihre Beziehung zu den Kindern. Eine bestimmte Familienstruktur kann die wirtschaftlichen und sozialen Ressourcen einer Familie einschränken, z.B. die Möglichkeit der Eltern, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen, Zeit für schulische Aktivitäten zu haben und zusätzliche finanzielle Ressourcen zu erschließen, um Bildung und Wohlergehen des Kindes zu fördern (Schneider & Coleman, 1993). Immer wieder hat die Forschung gezeigt, dass die Struktur einer Familie Einfluss hat auf die Möglichkeiten von Eltern, die Zukunft ihrer Kinder – positiv oder weniger positiv – zu beeinflussen (Amato & Keith, 1991; Hines, 1997; Amato, 2001; Single-Rushton & McLanahan, 2002). Weniger weiß man in der Forschung darüber, für welche Bereiche der kindlichen Entwicklung die Familienstruktur besonders wichtig ist und welche Langzeitwirkungen eine jeweilige Familienstruktur hat. Bei der traditionellen Familienstruktur handelt es sich um Haushalte mit einem verheirateten Elternpaar und ihren leiblichen Kindern. Zu den nicht-traditionellen Strukturen gehören Familien mit einem leiblichen Elternteil und einem Stiefelternteil, einer alleinerziehenden Mutter oder alleinerziehendem Vater, nichteheliche Lebensgemeinschaften oder andere Verwandte, die für die Kinder sorgen. In den letzten fünfunddreißig Jahren hat sich die Zahl der nicht-traditionellen Familien wesentlich erhöht. So ist der Anteil der Kinder mit zwei Elternteilen (leibliche oder nicht-leibliche Eltern) von über 85 Prozent im Jahr 1968 auf unter 70 Prozent im Jahr 2003 zurückgegangen. Gleichzeitig hat sich der Anteil von Kindern mit einem alleinerziehenden Elternteil von unter 12 Prozent im Jahr 1968 auf über 28 Prozent im Jahr 2003 mehr als verdoppelt (U.S. Bureau of the Census).1 Da es immer mehr Kinder gibt, die in nicht-traditionellen Familien aufwachsen, ist es dringend erforderlich zu untersuchen, welchen Einfluss eine jeweilige Familienstruktur auf die schulische und soziale Entwicklung des Kindes hat. Seit den 1970er Jahren ist die Familienstruktur Gegenstand zahlreicher Forschungen. Unter anderem führten Amato und Keith in den frühen 1990er Jahren eine Meta-Analyse durch, die 37 Studien einbezog. Darin waren über 81.000 Personen bezüglich der Langzeitfolgen einer Scheidung ihrer Eltern erfasst. Im Vergleich zu Erwachsenen, deren Eltern verheiratet geblieben waren, berichteten die Erwachsenen mit geschiedenen Eltern über eine breite Palette negativer Auswirkungen, darunter Auswirkungen auf die seelische Gesundheit, auf die Stabilität ihrer eigenen Ehe, auf ihren sozio-ökonomischen Status und auf die körperliche Gesundheit. Die Auswirkungen waren erheblich und in allen Punkten negativ. Amato und Keith zogen daraus den Schluss: „Die Behauptung, eine elterliche Scheidung habe nur geringe Langzeitauswirkungen für die Entwicklung eines Kindes, widerspricht der einschlägigen Forschung“ (1991: 54).2 Während die meisten Forschungsarbeiten gezeigt haben, dass die Familienzusammensetzung für die schulischen Leistungen und sozialen Beziehungen der Kinder eine große Rolle spielt, gibt es unterschiedliche Auffassungen in der Forschung darüber, warum das so ist. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, was die Forschung bereits nachgewiesen hat, dass es nämlich einen Zusammenhang zwischen der Struktur einer Familie und Leistung und Wohlergehen des Kindes gibt. Außerdem werden einige methodische Probleme beleuchtet, die bei vielen dieser Studien aufgetreten sind. Besonderes Augenmerk wird auf die Schwierigkeiten gelegt, kausale Schlussfolgerungen zu ziehen bezüglich bestimmter Mechanismen, durch die die Familienstruktur auf die Kindesentwicklung Einfluss hat. Zuletzt schlagen wir Richtlinien vor, anhand derer die Wechselbeziehung zwischen Familienstruktur und Entwicklung des Kindes bezüglich bildungsmäßiger Entwicklung und bezüglich seines sozialen und psychischen Wohlergehens untersucht werden kann... » Fortsetzung des Artikels als PDF Datei |
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| Aktualisiert am: 11.4.2007 | © Bündnis Ehe und Familie | Impressum | |